Günter Schwan
Orgelbaumeister   Klaviertechniker

Klavierstimmungen, Reparaturen, Restaurierungen
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Die Pflege Ihres Klaviers oder Flügel

Klavierstimmungen, Reparaturen, Überholungen, Restaurierungen

Die wenigsten Klavierbesitzer wissen, wie es in ihrem eigenen Instrument aussieht.

Tausende von Einzelteilen Filzen, Ledern, Schrauben, Federn und ver- schiedenen  Hölzern sind in einem komplizierten Mechanismus zusammen- gesetzt.

Nur regelmäßige Pflege kann deshalb den  Wert ihres Klaviers erhalten

Die meisten Klavierspieler gewöhnen sich an einer gleichmäßigen Verstimmung und oft wird dann erst nach einem Urlaub bemerkt, wie stark die Verstimmung tatsächlich ist.
Am wenigsten sind natürlich  Eltern in der Lage, ein Klavier von der Bespielbarkeit und dem Grade der Verstimmung her zu beurteilen, wenn sie  selbst nie ein Instrument gespielt haben. In der Regel gilt jedoch: Je schlechter der Zustand eines Klaviers, desto größer die Warscheinlichkeit, dass der Anfänger die Freude am üben ganz verliert oder in seiner musikalischen Entwicklung gehemd wird. Da ist es dann mit der Behauptung mancher Eltern , dass ihr Kind sowieso kein  Pianist oder Berufsmusiker werden müsse, auch nicht abgetan.

Das Ärgernis eines jeden Klavierstimmers ist die Behauptung, das Klavier wäre fünf oder noch mehr Jahre  nicht gestimmt worden, aber nur leicht verstimmt. Diess ist schlichtweg unmöglich
Freude am Musizieren macht eben der gute Ton.

Zur Verstimmung tragen mehrere Faktoren bei: Da ist zum einen der enorme Zug der Stahlsaiten von ca. 13 bis 17 Tonnen. Diese enorme Zugkraft, Trockenheit, Feuchtigkeit, Sonneneinstrahlung, Temperatur- unterschiede, Arbeiten des Resonanzbodens und bespielen der Saiten, verändern die Stimmung in verschiedener Weise.

Die natürliche Verstimmung und damit verbundenes Nachlassen in der Spannung der Stahlsaiten, ist in den ersten zwei Jahren eines neuen Klaviers besonders groß. Je mehr aber ein Stimmung die Spannung wieder erhöhen muss, desto mehr Zeit wird aufgewendet, um das Klavier auf seine berechnete Höhe zu stimmen.


 
Außer dem Stimmen wird ja das Klavier nach Möglichkeit noch auf 440 Hz. hochgezogen.

Daher ist es zweckmäßig, ein neues Klavier im erste Jahr zweimal zu stimmen, um danach auf jährliche Intervalle überzugehen.

Bei älteren Instrmenten zählen andere Kriterien. Hier ist die Normalhöhe oftmals nicht zu erreichen, weil durch ein manchmal jahrzehntelangen Nicht-stimmen der ganze Aufbau eine größere Spannung nicht mehr zulässt. Ein jahrelang nicht gestimmtes Klavier, egal ob neu oder alt, muss zumindest einmal vor- und dann gleich reingestimmt werden. Außerdem wird in diesem Fall das Klavier auch wieder schneller verstimmt sein.

In Schulen, bei Berufsmusikern, Konzertinstrumenten wie auch Unterrichtsräumen muss natürlich mehr Pflege aufgewendet werden.

Zur Erreichung einer guten Stimmung sind mehrere Voraussetzungen nötig: Zum ersten muss der Stimmer sein Handwerk beherrschen, zum anderen sollte man Unruhe und störende Geräusche fernhalten. Ein weiteres Übel sind unrein schwingende Saiten.

Abgespielte Hammerköpfe, klappernde Mechanik, von Staub befallene Dämpfungen und Quietschen einzelner Teile können eine Stimmung wesentlich erschweren.

Die Haltbarkeit der Stimmung wird von dem Zustand der Saiten, dem Wirbelgang, dem Steg und damit verbundenen Resonanzboden, den Temperaturunter-schiede, der Dauer des Spielens und der Anschlaghärte maßgeblich beeinflusst.

Die Mechanik ist quasi der Motor des Klaviers. Wie ein Motor braucht auch die Mechanik regelmäßige Pflege. Ein Nachregulieren ist alle paar Jahre unbedingt erforderlich, da die Bespielbarkeit für die  fingertechnischen Fähigkeiten von ausschlaggebende Bedeutung ist.

Ein verbreiter Irrtum besteht darin, zu glauben, ältere Klaviere seien wervoll! Was eventuell für Geigen zählt ist auf Klaviere in keinster Weise anwendbar.  In den meisten Fällen gilt jedoch: Je älter desto schlechter.

Besonders kritisch sind Klavieremit sogenannte Oberdämpfern (Dämpfung ist über den Hämmern angebracht) und gebrauchten englischen Klavieren zu sehen.

Nur wenige ältere Instrumente eigen sich überhaupt zur Restauration.

Wenn Sie ein Klavier von Privat kaufen wollen, so nehmen Sie lieber einen Klavierbaumeister oder Klavierstimmer mit. Es passiert nicht selten, dass selbst Klavierlehrer mit ihren Schülern ein Klavier kauften, und dann prompt hereinfielen. Woher sollte er wissen, dass der Steg genügend Druck haben muss, der Rahmen an kaum sichtbaren Stellen einen  Riss
haben kann, oder der Stimmstock gebrochen ist, und die Wirbel die Stimmung nicht mehr halten. Da ist in den meisten Fällen Hopfen und Malz verloren.

Ein Klavier sollte weder an einer Außenwand, noch an einem Heizkörper oder auf einer Fußbodenheizung stehen. Wenn sich dieses aber nicht vermeiden lässt, sprechen Sie mit dem Fachmann über geeignete Gegenmaßnahmen. Auch direkte Sonneneinstrahlung ist zu vermeiden.

Große Schäden sind in den letzten Jahren durch unsere Zentralheizung entstanden. Die Luftfeuchtigkeit ist dabei im Winter fast immer zu niedrg. Deshalb sollte ein Hygrometer in der Nähe des Instrumentes angebracht werden, um in diesem Falle mit Verdunstern nachzuhelfen. Eine Luftfeuchtigkeit von etwa 40-60 % ist für das Klavier am erträglichsten. Bei 48 % Luftfeuchtigkeit hält Ihr Klavier länger und besser die Stimmung.

Ein faserfreies Tuch eignet sich am Besten, um ein poliertes Instrument zu säubern: Reiben und Drücken ist zu vermeiden. Wenn nach einigen Jahren die Politur gelitten hat, und matte Stellen sichtbar werden, gibt es einige Mittel, um den alten Glanz wieder aufzufrischen.

Für satinierte und matte Oberflächen nimmt man die gleichen Mittel, die man auch für Möbel verwendet.

Die Tasten kann man mit einem halbfeuchten Tuchabwischen, dann trocken nachreiben. Aufpassen muss man dabei allerdings, dass keine Feuchtigkeit zwischen die Tasten kommt.

Alle anderen Arbeiten, wie Säubern der Mechanik oder Reinigen unter der Klaviatur, überlassen Sie lieber dem Fachmann.

Die Haltbarkeit einer Polierung oder Oberflächenrisse bei einem neuen Klavier, sowie die Tastenbeläge sind bei den meisten Herstellerfirmen von der Garantie ausgeschlossen. Andere wiederum geben eine Garantie von sechs Monaten.

Fünf- oder zehnjährige Garantie beziehen sich immer auf die Haftung für Mängel, die nachweisbar auf einen Fabrikationsfehler zurückzuführen sind. Eine hängen bleibende Taste oder ein Quietschen in der Mechanik sind keine Garantiefälle und daher auch vom Kunden selbst zu tragen.

Weitergehende Fragen können gerne von mir bzw. von einer umfangreichen Fachliteratur beantwortet werden.



Mit freundlichem Gruß


Orgel- und Harmoniumbaumeister
Günter Schwan

 


     

 
 
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